Das Projekt „In deinen Schuhen“ beschäftigt sich mit den Themen Barrierefreiheit, Inklusion und dem Alltag von Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Ziel ist es, den TeilnehmerInnen die Möglichkeit zu geben, die Perspektiven kennenzulernen und Hindernisse im öffentlichen Raum sowie im Schulalltag zu erkennen, denen sich Menschen in Rollstühlen stellen müssen. Das Projekt orientiert sich dabei an den Nachhaltigkeitszielen „Gesundheit und Wohlergehen“, „Hochwertige Bildung“, sowie „Weniger Ungleichheiten“.
Zu Beginn erfolgte eine Einführung in das Thema „Barrieren“ und die Nutzung der App „WheelMap“, eine App, die Menschen in Rollstühlen zeigt, an welchen Orten sie rollstuhlgerecht fahren können.
Anschließend erkundeten die TeilnehmerInnen die Innenstadt und untersuchten aus unterschiedlichen Rollen heraus, wie zugänglich verschiedene Orte gestaltet sind, indem sie sich selbst in Rollstühle setzten. Ein weiterer Bestandteil des Projekts, beziehungsweise das Highlight, welches viel SchülerInnen überhaupt vom Projekt überzeugt hatte, ist ein Rollstuhlbasketball-Angebot mit einem externen Referenten, das einen praktischen Einblick in die sportlichen Möglichkeiten von Rollstuhlfahrenden vermittelt.
Das Ausprobieren des Rollstuhlbasketballs sowie die Möglichkeit, Erfahrungen aus einer anderen Perspektive zu sammeln, steuern direkt dazu bei, dass bewegungsbehinderte Menschen in Peine nun von den SchülerInnen eventuell anders gesehen werden als vorher; wenn man die Situation des anderen nicht nur sieht, sondern auch spürt, hat man gleich viel mehr Verständnis und verbreitet mehr Aufmerksamkeit zu dem Thema. Inklusion ist essenziell für alle Minderheiten.
Mit Empathie kommt man oft zu Einsichten, auf die man vorher nicht gekommen wäre, zum Beispiel nicht auffällig auf gehbehinderte Menschen zu starren, denn laut eigenen Aussagen der TeilnehmerInnen ist angestarrt werden eine unangenehme Erfahrung. Umso wichtiger ist dann also, wenn sich die jungen, flexiblen Jugendlichen für einige Momente selbst behindern und selber spüren, dass sie ebenfalls in solche Situationen kommen könnten.
Text: Anna Stiegler
Fotos: Jasmin Rösch