
Sind die Menschen noch zu retten? – Unter dieser Fragestellung mussten die beiden Grundkurse des 13. Jahrgangs im Fach „Darstellendes Spiel“ wohl an die Entwicklung, Inszenierung und Umsetzung ihrer beiden Theaterstücke herangegangen sein. Die Leitung der Kurse, in denen „Systemfehler: Mensch“ und „Märchenhaft gestört“ erarbeitet worden waren, hatte Frau Schnurre bzw. Frau Marx inne. Am Abend des 13. März – also nur wenige Wochen vor Beginn ihres Abiturs – konnten die Schülerinnen und Schüler dieser beiden Kurse immerhin schon einmal Kostproben ihrer schauspielerischen Reife geben.
In „Systemfehler: Mensch“ sollten drei Agenten aus der Zukunft das auffällig selbstzerstörerische Verhalten von Menschen zu verschiedenen Zeiten untersuchen. Auf ihrer Mission gilt es, in zwischenmenschlichen Krisen, Familiendramen und bei korrupten Geschäftspraktiken die genaueren Umstände zu explorieren. Sie stoßen dabei zwar auch auf vielversprechende Heldinnen und Helden der Vernunft und Zivilcourage. Leider gewinnen aber immer wieder Unterdrückung, Ausbeutung und destruktive Verhaltensweisen die Oberhand. Am Ende kommt die Künstliche Intelligenz zu dem Schluss, dass die Menschheit nicht gerettet werden kann.
Mit der Dystopie einer psychiatrischen Anstalt konfrontiert wurde das Publikum in dem Stück „Märchenhaft gestört“: Im Klinikum läuft einiges schief! Es bleibt nicht dabei, dass Rapunzel eine Überdosis bekommen hat, Schneewittchen wahnhaft an ein Handy für Fotos für ihre Follower zu kommen versucht und wieder ein anderer Patient manisch getrieben ist auf der Suche nach dem Netz … Überdosierte Medikationen, pauschale Sedierung der Patientenschaft statt Einzelfall-Therapie sowie Gewalt in der Pflege sind hier an der Tagesordnung. – Dann tritt ein Investor mit einem verlockenden Angebot auf …
So ernst die Themen beider Stücke waren, so einfallsreich und lebendig zeigten sich die mitwirkenden Schülerinnen und Schüler in beiden Inszenierungen. – Der Applaus in der gut gefüllten Aula des Ratsgymnasiums blieb nicht aus und bedachte dabei auch die Mitschülerinnen und Mitschüler hinter den Kulissen. (hgg)























