Im Physikraum 2 wird von der 1. bis zur 5. Stunde etwas höchst Interessantes gemacht: Hier arbeiten nämlich Schüler*innen an der Maschine und vor allem mit der Maschine.

Dies ist zwar nichts allzu Besonderes, schon seit einigen Jahren arbeiten Menschen Seite an Seite mit der Künstlichen Intelligenz, ob im Maschinenbau oder mit einem Chatbot. Doch erst seit kurzer Zeit dürfen auch Schüler*innen mit der „Artificial Intelligence“ ihre Schulaufgaben erledigen; allerdings nur mit gewissen Vorgaben. Dafür können sich die Schüler*innen im Rahmen dieser Projektwoche austoben.

Die Kinder sollen ihre Pflichten im Klassenraum immer noch alleine erledigen, aber die KI darf nun endlich auch mit Einverständnis der Lehrkraft eingesetzt werden, beispielsweise um den groben Umriss eines Aufsatzes zu planen,oder um ein Gerüst für lange Texte zu sein.

Als wir die Teilnehmer*innen des Projekts „Was ist KI?“ fragten, was ihre Meinung zu dem Computer ist, antworteten sie alle recht positiv: „KI erleichtert das Lernen und ist eine gute Kontrolle für Satzbau. Ich vertraue auf die Technik.“ Allerdings schienen nur die Kinder eine so freundliche Meinung zu der Maschine zu haben.

„Die KI ist momentan harmlos, aber wir entwickeln uns sehr schnell. Ich fürchte, wir werden irgendwann durch sie ersetzt werden“, äußerte Projektleiter Herr Stölting. Er und Frau Tatli formen gemeinsam dieses spannende Projekt. Ihr Grund ist die rasende Evolution der KI: Einst war sie nur ein Arm, der in Industrien beim Bauen geholfen hat, ein Diener des Menschen. Doch nun sind ChatGPT, AmazonAlexa, Google Assistant und viele weitere ein fester Bestandteil unseres Alltags, und sie gefährden mehr als nur das eigene Bearbeiten von Aufgaben im Unterricht. 

Sie geben uns Ratschläge, unterhalten sich mit uns und spielen Schach mit uns. Sie haben oft vollen Zugriff auf unsere privaten Daten, sie kennen uns oft in- und auswendig. Und das ist wahr, denn so funktioniert zum Beispiel ein Algorithmus, er filtert die Internetbeiträge, die sich denen ähneln, die wir uns zuletzt am längsten angesehen haben. Denn er beobachtet uns auf manchen Plattformen. Für viele ältere Menschen wird so das mobile Endgerät zum Erzfeind.

Doch dafür gibt es Projekte wie dieses. Denn Umgang mit einer Künstlichen Intelligenz muss balanciert und geübt sein. Wie für alles im Leben braucht es auch hier ein Gleichgewicht. Der Maschine heutzutage zu entkommen, ist so gut wie unmöglich. Wir müssen uns anpassen und dürfen dennoch nicht zu abhängig von der Technologie werden. Denn Technologie funktioniert nicht immer einwandfrei. Genau aus diesem Grund muss man mit Innovation bescheiden und einer gewissen Vorsicht umgehen.

Text und Foto: Anna Stiegler (10. Klasse, Projekt „Rasende Reporterinnen und Reporter“)